
"Kathedralen des 21. Jahrhunderts. Erlebniswelten im Zeitalter der Eventkultur" (Taschenbuch) von Horst W. Opaschowski (Autor)
- werkt und wirkt. Gedanken ueber (eine) Architektur. Architektur im Aufbau und in fortschreitender Entwicklung.

Die Ausstellung Do! im HDA Graz zeigte das Schaffen von Günther Domenig an Hand seines bedeutenden Werkes "Steinhaus am Ossiachersee", das ihm selbst als Wohnstätte dient. Gezeigt wurde ein aus Karton gefertigtes Arbeitsmodell im Maßstab 1: 25 des genannten Gebäudes mit dessen umgebenden Areal, sowie Skizzen, Pläne und Details von Domenig.Vor allem das Arbeitsmodell war sehenswert und gab ein gutes Verständnis der Geometrie, der ineinander Schachtelung der Elemente.
Der generell gelungenen Austellung fehlte jedoch ein Grundriss und Schnitt des Gebäudes in der Nähe des Modelles, um dieses auch architektonisch im Sinne von Raumanordnungen, Erschliessungen besser verstehen zu können.Hier halfen aber indirekt ein Buch zum Gebäude, das auch am Eingang käuflich erwerbbar ist, indem sich auch Fotos des gebauten Objektes finden lassen. Auch waren so Grundrisse und Schnitte für Interessierte "mobil beim Modell" nachschlagbar.
Interessant am Gebäude ist die Verschachtelung der Massen. Kurios der künstlerische Steg zum Ossiachersee, wagemutig die hohe Stiege ohne Geländer zum Obergeschoss...
Der bedeutende Wiener Sezessionsrchitekt Otto Wagner ist der Architekt der orthodoxen Synagoge im jüdischen Viertel an der Rumbach Utca. Auch diese Synagoge ist im byzantinisch-maurischen Stil geschaffen. Dieser Stil war wegen der Ursprungsnähe des Judentums zum maurischen Raum in der Synagogengestaltung sehr beliebt.Auch hier findet sich der Gedanke der acht-Teilung der Gestaltungselemente in der Kuppel wie auch im Blumenornament (siehe auch: große Synagoge im Detail).
Zu hinterfragen ist warum dieses Kulturgut derartig verfällt (innen: wie eine Baustelle; aussen zerfällt die Fassade, die Stiege...)
Kooperationen mit Hans Zirngast. Disziplinäre und Interdisziplinäre Kooperationen sind stets willkommen.RAINER NOWAK (Die Presse)
Veröffentlichte Unzufriedenheit ist Hauptzweck so mancher Berufs- oder Interessenvertretung, vermutlich führt die Zwangsmitgliedschaft zu dieser Grundeinstellung. Das jüngste Beispiel lieferte die Architektenkammer, die sich pünktlich vor der Nationalratswahl zu Wort meldete. Die Kammer fordert „die gesetzliche Festschreibung der Qualität der Architektur als wesentliches Kriterium bei der Vergabe von Architekturaufträge“. In der Verfassung? Und warum sollen Auftraggeber und Finanzier überhaupt mitreden dürfen?
Auch in die berechtigte Kritik zur selbstherrlichen Vergabe des Baus einer Fußgängerbrücke an den spanischen Architekten Santiago Calatrava durch Wiens Stadtrat Rudolf Schicker mischten sich sonderbare Zwischentöne: Die Politik solle nicht Stararchitekten beauftragen, sondern junge zu Ausschreibungen laden. Den Namen Werner Faymann, der als Wohnbaustadtrat fast nur auf Namen setzte, nannten die mutigen Funktionäre nicht.
Die Forderung zeugt von einem sonderbaren Verständnis: Sollen Bauaufträge also nicht nach Marktwert des Architekten, sondern „gerecht“ auf alle heimischen Büros aufgeteilt werden, egal welche Leitung es bisher erbracht hat?

